Währungsunion

Der Euro ist Zahlungsmittel für rund 337 Millionen Menschen in 19 EU-Mitgliedstaaten. Die einheitliche Währung ist das bislang am weitesten reichende Ergebnis der europäischen Integration und bringt Vorteile für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Mitgliedstaaten gleichermaßen.

Eine wesentliche wirtschaftliche Grundlage eines starken und souveränen Europas ist ein stabiler Euro.
Olaf Scholz, Bundesfinanzminister

#EuroABC

Währungsunion
Währungsunion

Wenn mehrere Staaten oder Regionen eine gemeinsame Geld- und Währungspolitik betreiben, spricht man von einer Währungsunion. Gemeinsame Ziele der Währungsunion in der Europäischen Union sind Preisstabilität und die Einführung des Euro in den Mitgliedstaaten.

Eine Währung, 19 Länder

Ein Euro, bitte: Egal ob in Athen, Riga oder auf Malta, die Mehrheit der Menschen in der Europäischen Union bezahlt ihre Einkäufe mit dem Euro. 19 Mitgliedstaaten haben die Währung bereits eingeführt. Weitere sollen folgen. Damit sollen künftig noch mehr Menschen zum Beispiel im Urlaub auf Wechselgebühren und Umrechnen verzichten können und weitere Wechselkursrisiken für Unternehmen entfallen.

Die gemeinsame Währung startete im Jahr 1999 zunächst als Buchgeld, und zwar in elf EU-Mitgliedstaaten: Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien, die Niederlande, Luxemburg, Spanien, Portugal, Irland, Österreich und Finnland. Zwei Jahre später kam Griechenland hinzu. Am 1. Januar 2002 war es in diesen 12 Mitgliedstaaten dann soweit: Das Euro-Bargeld wurde eingeführt. Mittlerweile sind Slowenien (2007), Malta und Zypern (2008), die Slowakei (2009), Estland (2011), Lettland (2014) und Litauen (2015) dem Euroraum beigetreten, der nun 19 EU-Mitgliedstaaten umfasst.

Grundsätzlich ist vorgesehen, dass alle EU-Mitgliedstaaten den Euro einführen. Dafür müssen sie allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllen, die sogenannten Maastricht-Kriterien:

  • Preisstabilität: Die Inflationsrate darf einen kritischen Wert nicht überschreiten.
  • Haushaltsvorgaben: Zu hohe staatliche Schulden könnten den Euro belasten.

  • Wechselkurs-Stabilität: Bevor ein Staat den Euro einführen kann, durchläuft er eine Art Probephase, in der der Wechselkurs der eigenen Währung an den Euro-Kurs gekoppelt wird.

  • Ähnliche Zinssätze: Die langfristigen Zinsen dürfen nicht zu hoch sein.

All dies soll gewährleisten, dass die Staaten sich wirtschaftlich ausgewogen entwickeln und Spannungen ausbleiben, sobald sie den Euro einführen.

Eine Währung, zahlreiche Vorteile

Die einheitliche Währung ist das stärkste Symbol der europäischen Einigung weit über die europäischen Grenzen hinaus. Neben der symbolischen Wirkung bringt der Euro viele Vorteile. Durch den Abbau von Handelshindernissen und die Verminderung von Transaktionskosten fördert die gemeinsame Währung den zentralsten Auftrag der Europäischen Union, den europäischen Binnenmarkt, und damit Wachstum und Beschäftigung.

Die einheitliche Währungspolitik erfordert darüber hinaus eine enge Kooperation zwischen den teilnehmenden Mitgliedstaaten in allen Bereichen der Wirtschafts- und Finanzpolitik. Der Euro treibt damit die Weiterentwicklung der Europäischen Union voran.

#EuropaZählt

19

19 EU-Mitgliedstaaten haben bisher den Euro als offizielle Währung eingeführt.

337

Rund 337 Millionen Menschen bezahlen in der EU mit dem Euro – von Belgien bis Zypern.

40

Rund 40 Prozent der deutschen Exporte gehen in Länder des Euroraums.

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