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Das Möbiusband

Ein Logo als starkes Symbol der Verbundenheit und Solidarität.

Als Bildmarke des Präsidentschafts-Logos wurde ein Möbiusband gewählt. Diese geometrische Figur hat besondere Eigenschaften: Sie besitzt nur eine einzige Seite – auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht. Damit symbolisiert das Möbiusband, dass Europa Einigkeit und Verbundenheit schafft, auch aus unterschiedlichen Interessen und in großer Vielfalt. Denn selbst wenn man auf dem Möbiusband von unterschiedlichen Seiten und in unterschiedliche Richtungen startet, wird man sich immer auf derselben Seite begegnen. Auch die EU-Mitgliedstaaten sind – über alle Unterschiede, nationalen Interessen und Meinungsverschiedenheiten hinweg – miteinander verbunden. Und sie kommen letztlich auf dem europäischen Weg gemeinsam voran.

Verschlungen und nie getrennt

Es ist auch ganz einfach, ein Möbiusband selbst herzustellen: Man nehme einen Streifen Papier, klebe ihn ringförmig zusammen, drehe aber zuvor ein Papierende um 180 Grad – fertig. Das scheinbar einfache Gebilde besitzt faszinierende geometrische Eigenschaften. Probieren Sie doch einmal, so ein papiernes Möbiusband auf nur einer Seite einzufärben. Sie werden am Ende die gesamte Papierfläche eingefärbt haben.

Falls Sie weiterbasteln möchten – das Möbiusband bietet noch mehr Faszinierendes. Schneiden Sie das Band entlang einer Mittellinie in Längsrichtung durch. Was erwarten Sie? Vermutlich zwei getrennte Möbiusbänder. Dies ist aber nicht der Fall. Überraschenderweise entsteht nur ein einziges Band. Allerdings ist es doppelt so lang wie das ursprüngliche und doppelt verdreht.

Noch ungewöhnlicher ist das Ergebnis, wenn man das Möbiusband gleich zweimal zerschneidet, den Papierstreifen also in Längsrichtung drittelt. Dann zerfällt das Band tatsächlich, aber in zwei ineinander verschlungene Schleifen. Eines davon ist wieder ein Möbiusband. Wirklich getrennt bekommen sie das Möbiusband also nicht.

Namensgeber: August Ferdinand Möbius

Namensgeber des Möbiusbandes ist der Mathematiker und Astronom August Ferdinand Möbius (1790 - 1868). Aus Pforta stammend, wirkte er vor allem an der Universität Leipzig. Möbius‘ besonderes Interesse galt der Geometrie. Und so beschrieb er 1858 das Möbiusband. Zwar hatte noch ein weiterer deutscher Mathematiker, Johann Benedict Listing (1808 - 1882), im selben Jahr unabhängig davon ebenfalls die Eigenschaften des Bandes entdeckt. Namensgeber wurde aber Möbius. Er beschrieb seine Entdeckung wie folgt: „… eine einseitige Fläche ... für dessen Anstrich man doppelt so viel Farbe benötigt, als man zunächst vermutet“.

Erasmus-Student der damaligen Zeit

Ob Möbius nach heutigen Maßstäben glühender Europäer war? Biographien vermitteln das Bild eines Wissenschaftlers, der sehr in seiner sächsischen Heimat verwurzelt war. Vielversprechende Rufe an entferntere Universitäten lehnte er ab.

Gleichzeitig wird jedoch beschrieben, dass Möbius mit einem Stipendium zwei Semester bei seinem Zeitgenossen Carl Friedrich Gauß studieren konnte, dem zu jener Zeit schon berühmten Mathematiker. Und zwar in Göttingen, seinerzeit Ausland für einen Leipziger – quasi als Erasmus-Student der damaligen Zeit.